self practice im Alltag │Yoga flow & grow in Düsseldorf
YOGA flow & grow auf Sri Lanka – Ende Januar machen wir zwei Wochen Urlaub und genießen die Sonne auf Sri Lanka.
Sri Lanka
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08 Sep self practice

08. September 2017

self practice

Die ersten Jahre meiner Yogapraxis – damals übte und unterrichtete ich noch Vinyasa Yoga – bestanden in erster Linie darin, den Unterricht meiner Kolleginnen zu besuchen, an Workshops teilzunehmen und zu Retreats zu reisen. Das war auch nicht schlecht, aber stets mit Organisation und dem richtigen Timing verbunden.

 

Als ich mich dann mehr und mehr vom Ashtanga Yoga packen ließ, habe ich mich recht bald dazu entschieden, die Yogamatte dauerhaft in meiner damaligen Wohnung liegen zu lassen; und zwar so, dass ich zwangsläufig drüber stolpern musste.

 

Der Plan war, jeden Tag mindestens meine fünf Sonnengrüße A und fünf Sonnengrüße B zu absolvieren. Recht bald folgten drei Wiederholungen der halben Brücke und zehn Atemzüge pascimottanasana, denn so ganz ohne (Mini)Abschluss war dann doch irgendwie komisch. Sukzessive hat sich im Verlauf zwischen surya namaskara A und B und der halbe Brücke immer mehr eingefügt. Das ist einfach so gewachsen. Ich erinnere mich genau: zunächst die ersten vier Standpositionen, dann die wichtigsten sechs und irgendwann alle. Daraufhin folgte die Phase, in der ich bis ardha baddha padma pascimottanasana übte.

 

Seit vielen, vielen Jahren praktiziere ich meistens nun die vollständige erste und Teile der zweiten Serie allein; manchmal passt es zeitlich und Theresia stößt hinzu und viel zu selten habe ich die Möglichkeit, Unterricht zu nehmen. An den Tagen, an denen ich nur eine kleine Praxiseinheit durchführen kann, ist das Üben bis inklusive marichi asana b zur Tradition geworden.

 

Self practice als Anfänger

Ich bin ein wenig abgeschweift, was ich eigentlich sagen wollte, ist Folgendes:

Ich denke, dass es besonders zu Beginn sehr wichtig ist, regelmäßig Unterricht zu nehmen. Es gibt nämlich auch sehr, sehr, sehr selbständige Teilnehmer, die direkt nach der ersten Yogastunde fleißig zuhause draufloslegen. Das wiederum ist ein wenig mit Vorsicht zu genießen, da die „Fehleranfälligkeit“ natürlich noch sehr hoch ist und diese sich dann schnell manifestieren können. Meistens ist eine Korrektur dann ziemlich zeitintensiv und vielleicht auch frustrierend, da der gute Wille und die aufgewendete Motivation nicht so wirklich zielführend waren.

 

Mysore style Unterricht

Die Mysore style Unterrichte ermöglichen neben der Arbeit im eigenen Atemrhythmus das Erlernen der Serie und erleichtern somit den Einstieg in die self practice. Dennoch ist und bleibt es etwas anderes, ob ich in einem Raum mit anderen Ashtangis, deren Atem ich hören kann und deren Bewegungen ich irgendwo in der Peripherie wahrnehme, praktiziere oder die Disziplin aufbringen soll, mich allein zuhause auf die Matte zu begeben (zumal da ja immer soviel anderes Wichtiges zu tun ist ;-)).

 

Jeder Anfang ist schwer

Deshalb ist es mein Tipp, wirklich winzig klein anzufangen. Je überschaubarer die Einheit, desto geringer der Angang. Um die Aktion self practice im Trubel des Alltages nicht „zu vergessen“, ist es dabei tatsächlich hilfreich, die Matte einfach gut sichtbar in der Wohnung ausgerollt liegen zu lassen. Meiner Erfahrung nach – also auch von dem ausgehend, was meine Schüler mir so erzählen – etabliert und erweitert sich das selbständige Üben mehr und mehr. Das Schöne daran ist neben einem Zugewinn an Kontinuität – denn wer kann schon fast täglich zu einer bestimmten Uhrzeit buchstäblich in der Yogaschule auf der Matte stehen – auch die Entstehung einer gewissen Autonomie der eigenen Ashtanga Yogapraxis. Alles, was wir benötigen, sind neben einem kleinen oder auch etwas größeren Zeitfenster unsere Matte und das kleine Fleckchen Erde, auf der wir sie ausrollen können!

 

Alles Liebe, Nina

 

Theresias Tipps für den Einstieg in die self practice

 

Um die self practice in Deinen Alltag zu integrieren, hier noch einmal ein paar Tipps und Tricks:

 

  • Finde oder schaffe einen Ort in Deiner Wohnung, wo Deine Matte dauerhaft liegen kann und Du sie nicht „übersehen“ kannst.
  • Wenn Du Platz genug hast, kannst Du Dir diesen Ort Deinen Ansprüchen nach gestalten, so dass Du Dich dort gerne aufhältst oder er ein ablenkungsfreies und konzentriertes Üben ermöglicht.
  • Überlege Dir, wann Du praktizieren kannst, ohne dass es in Stress ausartet und versuche Dir diese Zeit dauerhaft frei zu halten. Vielleicht ist es gut, direkt morgens mit dem Üben zu beginnen, dann startest Du mit einem guten Gefühl in den Tag. Oder abends, wenn der Trubel des Tages vorbei ist.
  • Verabrede mit anderen Ashtangis regelmäßige, feste Termine – motiviert und gibt dem Schweinehund weniger Chancen.